zoellner.ai

Start › News

Marktdaten · KI-Nutzung

Nur zwei Prozent zahlen für KI – und kaum ein Unternehmen misst ihren Nutzen

Laut Kartendaten der US-Bank PNC zahlten im Mai 2026 nur 2,2 Prozent ihrer Kundenhaushalte für einen KI-Dienst. Für Betriebe ist eine zweite Zahl aus dem a16z-Bericht wichtiger: Kaum ein Großkonzern misst, was KI ihm bringt.

4. Oktober 2026 · 3 Minuten Lesezeit

Kurz gefasst

Im Mai 2026 zahlten 2,2 Prozent der Haushalte, die Kunden der US-Bank PNC sind, für das Abonnement eines KI-Dienstes. Das zeigt eine Auswertung von Kredit- und Debitkartenzahlungen, die PNC Economics Research am 15. Juni 2026 veröffentlicht hat. Der Wagniskapitalgeber Andreessen Horowitz hat die Daten Ende September in seinen Marktbericht „State of Markets II“ aufgenommen und spricht von kaum zwei Prozent der US-Haushalte.

Schräg von oben auf einen Holzschreibtisch: In der Mitte liegt ein geschlossener schwarzer Laptop, links davon ein Smartphone und eine Topfpflanze, rechts ein Papierstapel mit einer Messuhr, dahinter ein Monitor mit Balken- und Liniendiagramm.
Ob KI beim Wartungsbericht Zeit spart, zeigt erst eine Strichliste – die Vermutung allein reicht dafür nicht. Mit KI erzeugt

Wer zahlt, gibt mehr aus als früher. Laut PNC stiegen die durchschnittlichen Monatsausgaben zahlender Haushalte von etwa 22 Dollar im Mai 2024 auf rund 31 Dollar im Mai 2026. Die Bank vermutet dahinter mehrere Abonnements pro Haushalt, teurere Tarife oder zusätzlich gekaufte Kontingente.

Für Unternehmen zeichnet der a16z-Bericht ein ähnliches Bild. Knapp 30 Prozent der Firmen im US-Aktienindex S&P 500 berichten von einer messbaren Wirkung durch KI. Nur rund 2 Prozent legen eine Kennzahl offen, die sie über die Zeit verfolgen. Der Autor David George nennt die Verbreitung breit, aber eher flach.

Was die Zahl von zwei Prozent nicht misst

Die 2,2 Prozent stammen aus den Kartendaten einer einzigen Bank. Sie beschreiben deren Kundschaft, nicht die USA insgesamt und schon gar nicht Deutschland. Erfasst ist nur, was Haushalte mit ihrer privaten Karte bezahlen. Wer ein kostenloses Angebot nutzt oder über einen Zugang des Arbeitgebers arbeitet, taucht in diesen Daten nicht auf. Die Zahl misst also die private Zahlungsbereitschaft. Über die tatsächliche Nutzung sagt sie wenig.

Aufschlussreich ist die Verteilung. Laut PNC zahlen mehr als 4 Prozent der Haushalte mit höherem Einkommen, etwa 2 Prozent der mittleren und weniger als 1 Prozent der unteren Einkommensgruppe. Bei Generation Z, Millennials und Generation X liegt der Anteil bei rund 3 bis 3,5 Prozent, bei den Babyboomern bei etwa 1 Prozent. Die Bank hält es für möglich, dass der Kontakt mit KI am Arbeitsplatz dabei eine Rolle spielt.

Zu bedenken ist auch, wer die Zahlen verbreitet. Andreessen Horowitz finanziert Technologieunternehmen und profitiert davon, wenn KI als wachsender Markt gilt. An den Daten der Bank ändert das nichts. Ob man die niedrige Quote als Anfang eines Marktes liest oder als Hinweis auf eine Grenze, ist allerdings eine Frage der Deutung, und die Quellen beantworten sie nicht.

Warum der Nutzen von KI in Ihrem Betrieb unsichtbar bleibt

Der Abstand zwischen den 30 Prozent der S&P-500-Konzerne, die eine Wirkung von KI melden, und den 2 Prozent, die eine verfolgte Kennzahl offenlegen, findet sich auch im Mittelstand. Ich erlebe in vielen Betrieben, dass KI längst im Alltag angekommen ist, meist als kostenlose Version auf dem privaten Telefon. Was sie bringt, misst fast niemand. Welche Daten dabei das Haus verlassen, weiß oft auch niemand.

Ein Betrieb für Sanitär, Heizung und Klima mit 45 Beschäftigten macht das greifbar. Zwei Kundendiensttechniker lassen sich ihre Wartungsberichte von einem Chatprogramm vorformulieren, die Kollegin im Büro glättet damit Mahnschreiben. Alle haben das Gefühl, Zeit zu sparen. Wie viel es ist, weiß niemand, weil nie gemessen wurde, wie lange ein Bericht vorher dauerte.

Hinzu kommt die Datenfrage. In den Berichten stehen Kundennamen, Adressen und Angaben zu Heizungsanlagen. Sie landen bei einem Dienst, mit dem der Betrieb keinen Vertrag hat. Das spricht nicht für ein Verbot. Es spricht dafür, die Nutzung erst sichtbar zu machen und danach über einen geregelten Zugang zu entscheiden.

Womit Sie in Ihrem Betrieb anfangen können

Wählen Sie eine Tätigkeit, für die KI heute schon eingesetzt wird, und messen Sie, wie lange sie mit und ohne Werkzeug dauert. Im Beispiel wäre das der Wartungsbericht. Eine Strichliste über einige Wochen genügt. Damit haben Sie eine Kennzahl, wie sie laut a16z nur rund 2 Prozent der S&P-500-Unternehmen über die Zeit verfolgen und ausweisen.

Erst mit dieser Zahl lässt sich ein bezahlter Firmenzugang begründen, der die Datenverarbeitung vertraglich regelt. Ob er sich rechnet, hängt vom Einzelfall ab, vor allem davon, welche Daten durch das Werkzeug gehen und was die Messung ergibt. Manchmal zeigt sie auch, dass der Gewinn kleiner ist als gedacht. Mit diesem Ergebnis lässt sich ebenfalls arbeiten.

Wie viele amerikanische Haushalte ein KI-Abo haben, betrifft Ihren Betrieb nur am Rand. Ob sich KI in Ihren eigenen Abläufen bewährt, lässt sich dagegen mit überschaubarem Aufwand prüfen, an einer Stelle nach der anderen.

Passt dazu

Quelle

State of Markets II. Andreessen Horowitz (a16z), David George, 30. September 2026. Abgerufen am 4. Oktober 2026: https://a16z.com/state-of-markets-ii/

Ebenfalls verwendet: Consumer Health Check: Spending on cruise control (15. Juni 2026), PNC Economics Research: https://www.pnc.com/content/dam/es/pnc-com/pdf/aboutpnc/EconomicReports/consumer_health_check/PNC_Research_Consumer_Health_Check_June_2026.pdf

Diese Zusammenfassung und die Bilder sind mit KI-Unterstützung entstanden; gelesen, geprüft und freigegeben von Christian Zöllner. Zahlen stammen ausschließlich aus den oben genannten Quellen.