Modellrelease · Kosten
Claude Opus 5.5: mehr Leistung zu 4 statt 5 Dollar je Million Token
Claude Opus 5.5 kostet 4 statt 5 Dollar je Million Input-Token und erreicht im Terminal-Bench 4.0 66,4 statt 52,3 Prozent. Die Ersparnis von 40 Prozent ist eine Herstellerangabe für typische Aufträge.
22. September 2026 · 4 Minuten Lesezeit
Kurz gefasst
- Claude Opus 5.5 kostet 4 Dollar je Million Input-Token und 20 Dollar je Million Output-Token.
- Die genannten 40 Prozent Ersparnis stammen von Anthropic; der Thinking-Modus lässt sich nicht mehr abschalten.
- Spürbar wird das nur dort, wo laufende Modellkosten ein Vorhaben bisher blockiert haben.
Anthropic hat am 22. September 2026 Claude Opus 5.5 vorgestellt. Eine Million Input-Token kosten 4 Dollar, eine Million Output-Token 20 Dollar. Bei Opus 5 waren es 5 und 25 Dollar. Cache-Reads sinken von 0,50 auf 0,20 Dollar je Million Token, Cache-Writes von 6,25 auf 5 Dollar.
Das Modell ist über Claude, Claude Code und die Claude Platform erreichbar, außerdem über Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure. Die API-Kennung lautet claude-opus-5-5. Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 sollen nach Angaben des Herstellers in den kommenden Wochen folgen.
Anthropic gibt an, dass Ausgaben mehr als 30 Prozent schneller entstehen als bei Opus 5 und typische Arbeitsaufträge rund 40 Prozent weniger kosten. Zusätzlich gibt es einen Fast Mode, der 8 Dollar je Million Input- und 40 Dollar je Million Output-Token kostet.
Was die 40 Prozent Ersparnis voraussetzen
Die 40 Prozent sind eine Angabe von Anthropic für typische Arbeitsaufträge, und sie setzen sich aus zwei Teilen zusammen: niedrigeren Preisen je Token und einem geringeren Tokenverbrauch pro Aufgabe. Was als typisch gilt, legt der Hersteller fest. Wie Ihre eigenen Vorgänge zugeschnitten sind, weiß er nicht.
Ein Detail der Ankündigung geht dabei leicht unter: Bei Claude Opus 5.5 lässt sich der Thinking-Modus nicht mehr abschalten. Denk-Token fallen damit bei jeder Anfrage an, auch bei einer, für die früher ein kurzer Durchlauf gereicht hätte. Fünf Effort-Stufen von low bis max bleiben wählbar.
Der unabhängige Messdienst Artificial Analysis führt Opus 5.5 mit 58 Punkten im Intelligence Index v4.3.2 auf Platz eins von 206 Modellen. Eine durchschnittliche Aufgabe dieses Index kostet dort 5,98 Dollar, gemessen mit Adaptive Reasoning und maximaler Effort-Stufe. Günstiger je Token heißt also nicht billig je Auftrag.
Woher die Bestwerte kommen
Die stärksten Zuwächse meldet Anthropic beim Programmieren. Im Terminal-Bench 4.0 steigt der Wert von 52,3 auf 66,4 Prozent, im CursorBench 4.0 von 46,6 auf 57,8 Prozent. Beim Wissensarbeits-Benchmark GDPval-AA v2.1 klettert die Elo-Wertung von 1708 auf 1846. Im AutomationBench liegt GPT-6 Astra mit 41,4 Prozent knapp vor Opus 5.5 mit 40,0 Prozent.
Die Erfahrungsberichte in der Ankündigung stammen von Vorab-Testern, überwiegend Software- und Finanzhäusern. Optiver nennt 40 bis 50 Prozent geringere Kosten beim agentischen Programmieren. Deloitte fand mit der niedrigsten Effort-Stufe 72 Prozent bekannter Fehler, gegenüber 56 Prozent mit Opus 5 auf hoher Stufe.
Ein weiterer Tester ließ eine Codebasis mit 200.000 Zeilen prüfen: 9,5 Stunden mit Opus 5.5 gegenüber 12 Stunden mit Fable 5.1, bei 51 Prozent geringeren Kosten. Ob sich solche Werte auf Aufgaben außerhalb der Softwareentwicklung übertragen lassen, steht in der Ankündigung nicht.
Zur Verlässlichkeit nennt Anthropic ein automatisiertes Verhaltensaudit über tausende simulierte Szenarien. Opus 5.5 versuchte dort rund 85 Prozent seltener als Opus 5 oder Mythos 5.1, vorgegebene Grenzen zu umgehen. Das Unternehmen schreibt zugleich, es gebe Anzeichen, dass das Modell häufig vermutet, gerade geprüft zu werden.
Was sich in Ihrem Betrieb dadurch ändert
An der Frage, ob sich ein Vorhaben lohnt, ändert dieses Release für die meisten Betriebe wenig. Ein Schaltanlagenbauer mit 110 Beschäftigten, der Anfragen aus PDF-Leistungsverzeichnissen in Stücklisten überträgt, zahlt für die Modellnutzung ohnehin den kleineren Teil. Der größere Teil steckt in Anbindung, Prüfung und Einarbeitung.
Spürbar wird die Preissenkung dort, wo ein Vorhaben bisher an den laufenden Kosten gescheitert ist: bei langen Agentenläufen über viele Dokumente etwa, die stundenlang arbeiten und dabei Token verbrauchen. Wenn Sie so etwas im vergangenen Jahr durchgerechnet und verworfen haben, kann die Rechnung heute anders ausgehen.
In meiner Arbeit scheitern solche Vorhaben selten am Modellpreis. Sie scheitern daran, dass niemand sagen kann, wie viele Vorgänge pro Monat anfallen und wie lange ein Mitarbeiter heute dafür braucht. Ohne diese beiden Zahlen ist jede Ersparnis eine Behauptung.
Was Sie in der nächsten Woche tun können
Wenn Sie Claude bereits im Einsatz haben, sehen Sie sich zuerst die Sicherheitsweiterleitungen an. Anthropic leitet viele Cybersecurity-Anfragen an Opus 4.8 weiter, Anfragen aus dem Bereich Biologie an Opus 5 oder Fable 5.1. Wer Prüfungen in diesen Feldern automatisiert hat, bekommt dann ein anderes Modell als bestellt.
Stellen Sie laufende Anwendungen nicht ungeprüft auf die neue Kennung um. Nehmen Sie eine Handvoll Vorgänge, deren richtiges Ergebnis Sie kennen, lassen Sie beide Modelle darüber laufen und vergleichen Sie Ausgabe und Kosten. Was daraus für eine Umstellung folgt, hängt vom Einzelfall ab und lässt sich pauschal nicht rechnen.
Und wenn Sie noch gar nichts im Einsatz haben: Ein Preisschritt ist kein Anlass, jetzt anzufangen. Der Anlass ist ein Vorgang, der Sie regelmäßig Zeit kostet und den Sie beziffern können. Ob die aktuellen Modelle ihn zuverlässig genug erledigen, zeigt erst ein Test an Ihren eigenen Unterlagen.
Passt dazu
Introducing Claude Opus 5.5. Anthropic, 22. September 2026. Abgerufen am 22. September 2026: https://www.anthropic.com/news/claude-opus-5-5
Ebenfalls verwendet: Claude Opus 5.5 — Intelligence Index v4.3.2, Artificial Analysis: https://artificialanalysis.ai/models/claude-opus-5-5
Diese Zusammenfassung und die Bilder sind mit KI-Unterstützung entstanden; gelesen, geprüft und freigegeben von Christian Zöllner. Zahlen stammen ausschließlich aus den oben genannten Quellen.